Diagnose eines Astrozytoms
Wie bei jedem Tumor ist auch bei einem Astrozytom eine frühe Diagnose maßgeblich für den Behandlungserfolg. Die einzige Untersuchungsmethode, mit der die Diagnose eines Astrozytoms zweifelsfrei gestellt werden kann, ist die Biopsie. Sie erfolgt jedoch erst dann, wenn einschlägige Symptome auftreten sowie weitere klinische und technische Untersuchungen den Verdacht auf ein Astrozytom erhärten.
Symptome eines Astrozytoms
Die Anzeichen auf einen Tumor im Gehirn sind vielfältig und leider recht unspezifisch, weshalb die Symptome also genauso auf eine Vielzahl anderer Krankheiten hindeuten können.
Gut die Hälfte aller Patienten mit Astrozytom erleidet jedoch einen epileptischen Anfall als erstes Symptom. Das liegt an dem Verdrängungsdruck, den der Tumor im Gehirn auslöst. Durch diesen kann ein Astrozytom typischerweise auch Anzeichen wie Übelkeit und Erbrechen, vor allem in den frühen Morgenstunden, bei nüchternem Magen, sowie Schwindelgefühle hervorrufen. Ebenso gelten Kopfschmerzen als Symptome für ein Astrozytom, die besonders im Liegen, beim Bücken oder Pressen sowie nachts heftig auftreten.
Weitere Anzeichen für ein Astrozytom können Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle sowie Sehstörungen sein. Antriebslosigkeit und eine Veränderung der Persönlichkeit stellen ebenfalls Symptome für ein Astrozytom dar – aber die Diagnose für einen Tumor im Gehirn ist erst durch weitere Untersuchungen möglich.
Untersuchungen zur Diagnose von Astrozytomen
Untersuchungsinstrumente wie die Computertomografie (CT) oder die Kernspintomografie (auch: Magnetresonanztomografie, kurz: MRT) können Abbildungen des Gehirns liefern und damit die Diagnose eines Astrozytoms erleichtern.
Die Computertomografie erfolgt durch Röntgenstrahlen und ist in der Lage, Anomalien wie ein Astrozytom erkennbar zu machen, wobei zur besseren Sichtbarkeit meist ein Kontrastmittel injiziert wird. Bleibt diese Untersuchung trotz hinweisender Symptome ohne Tumorbefund, empfiehlt sich ein MRT zur besseren Diagnose.
Bei dieser Untersuchung wird durch Magnetfelder „scheibchenweise“ eine noch genauere Abbildung des Gehirns erzeugt. Dazu wird der Patient für etwa eine halbe Stunde in eine „Röhre“ geschoben, wo lautes Klopfen hörbar ist. Meist bekommt man deshalb während der Untersuchung Kopfhörer aufgesetzt und kann sich über eine Klingel dem Personal bemerkbar machen. Magnetische Gegenstände müssen vor der Untersuchung abgelegt werden, weshalb Patienten mit Herzschrittmacher für diese Form der Diagnosefindung ungeeignet sind.
Weitere Untersuchungsmethoden
Zusätzlich kann eine Elektroenzephalografie (EEG) zur ungefähren örtlichen Bestimmung eines Tumors im Gehirn beitragen. Diese Untersuchung reicht jedoch nicht aus, um die Diagnose Astrozytom völlig auszuschließen.
Ebenfalls möglich ist eine Untersuchung des Liquors, der Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umgibt. Sie kann vor allem Aufschluss über eine Entzündung im Nervensystem geben und damit die Symptome gegebenenfalls vom Verdacht auf ein Astrozytom befreien.
Gewebeprobe des Astrozytoms (Biopsie)
Allein eine operative Gewebeentnahme kann alle Zweifel beseitigen, ob es sich tatsächlich um ein Astrozytom handelt und welcher Schweregrad vorliegt. Oft wird eine Biopsie aber erst im Rahmen der Operation, die den Tumor aus dem Gehirn bereits entfernen soll, vorgenommen.
Manchmal zeigen Befund und Untersuchungen jedoch mehrere Diagnosemöglichkeiten: Auf den Abbildungen des Gehirns, die ein CT oder MRT erzeugen, unterscheidet sich ein Astrozytom zum Beispiel kaum wesentlich von einem ischämischen Hirninfarkt. Liegen beim Patienten allerdings keinerlei Schlaganfall-Risiken wie Arteriosklerose oder Bluthochdruck vor, kann erst eine Biopsie die Diagnose Astrozytom wirklich ausschließen.
Teresa Ott
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